Freitag, 22. Juli 2011
wie schön ist deine Liebe, meine Schwester Braut, fragen Sie sie, ob sie eigentlich auch jemanden habe, der sie ein bisschen liebe, so eine Art Freund, parfum, es muss nicht unbedingt jetzt sein, beim Bibellesen, diese Frage ist eine heikle Frage, ist vielleicht die allerheikelste Frage, die sich stellen lässt, behalten Sie diese Frage im Kopf, stellen Sie sie später, in einer anderen, noch besseren Situation, in der Sie sicher sind, mit dieser Frage nicht alles zu verderben, sagen Sie demnach etwas anderes, Unverbindlicheres, wieviel köstlicher ist deine Liebe als Wein, Lob des Reisens, Verherrlichung der Pilgerschaft,
wer hohen Mutes ist, dem genügt nicht die Kenntnis eines Landes, manche wandern als Ritter, andere wegen des Glaubens, wieder andere reisen, um Handel zu treiben oder um die Wunder der Welt zu sehen, nunc de propinquo effundam iram meam super te, andere reisen, weil es grosse Strukturen gibt, die Reisen als notwendig erscheinen lassen und die sich daher die Mittel zu verschaffen wissen, um massenhaft Reisen zu finanzieren, viele reisen womöglich wegen der Liebe, weil sie hoffen, einen Ort auf der Erde zu finden, wo es Liebe gibt,
Donnerstag, 21. Juli 2011
und der Duft deiner Salben köstlicher als sämtlicher Balsam, sagen Sie, dass es doch merkwürdig sei, dass von 1200 Seiten heiliger Schrift nur drei Seiten wirklich heilig seien, din stund kommer, was ist das für eine idiotische Menschheit, die solche elenden Schriften hervorbringt, wenn wir der heilige Geist wären und für die Bibel verantwortlich, würde die Bibel anders aussehen, dann würden dort Dinge stehen, die sich jetzt nicht vorlesen liessen, anstatt Salbe würden dann auch andere Worte zu Ehren kommen,
die Wahrheit ist die, dass unsere Ausstattung seit einigen tausend Jahren nicht mehr an unsere Umwelt angepasst ist, unsere emotionalen Verhaltensgrundlagen, unser Verhalten, unsere gesamte Gehirnkonstruktion sind nicht an die Bedingungen auch nur einer einfachen Zivilisation angepasst, schon gar nicht an die Bedingungen einer technologischen Hochzivilisation und einer künstlichen Umwelt, un parfum qui se répand, es wären dazu noch ein paar Jahrhunderttausende Entwicklung nötig gewesen, es ist alles viel zu schnell gegangen, der Sündenfall liegt noch nicht sehr weit zurück, er geschah vor etwa zehn- oder zwanzigtausend Jahren, als sich die ersten Menschen dauerhaft auf einem Territorium niederliessen, den Boden bebauten und erstmals einen Überfluss produzierten,
et conpleam furorem, das Gehirn hat diese neolithische Revolution der Sesshaftigkeit und Agrarkultur und allem folgenden evolutiv nicht mitmachen können, wir sind noch immer Steinzeitjäger, auch wenn wir Autos haben und Fernsehen und Computer und Grossstädte und Spätkapitalismus, unser Gehirn durch diese Phänomene überfordert, aber das wissen Sie ja sicher alles selber, man redet seit Jahrzehnten davon, man hat das womöglich schon gewusst, als man die Früchte auf den ersten Feldern reifen sah,
Mittwoch, 13. Juli 2011
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