Mittwoch, 6. Juni 2012
es ist wunderbar, es
scheint, als ob sie erstarrt wären, und
vieles wie auf den Schultern, wir
erstarren ja gern, wir sind ja Reptile, wir sind erstarrt und bewegen uns dann
doch, einen Schritt, vorwärts, eine Wendung nach links, eine Drehung des ganzen
Körpers, den Kopf hoch erhoben, eine Last
von Scheitern ist zu behalten, den Kopf stolz erhoben,
Sonntag, 3. Juni 2012
wir bewegen uns im Retiro, im Park der spanischen Könige,
im Park der spanischen Könige gibt es unzählige Wege, Pfade, Strassen, kleine,
verschlungene, krumme, versteckte und grosse, offene, gerade, manche
beschreiben einen Kreis, sind kreisrund, andere kreuzen sich in bestimmten
Winkelgraden und folgen geheimen geometrischen Plänen, die der Spaziergänger
erst errät, wenn er einen Stadtplan entfaltet, aber bös sind die Pfade, wir allerdings finden die Pfade nicht bös,
wir haben das Selbstbewusstsein, das den Affenmenschen zum Menschen gemacht
hat,
eine
dümmliche Art haben wir, aber mit dieser dümmlichen Art leben wir ganz gut, nämlich unrecht, wie Rosse, wir klagen
nicht, wir gehen alle diese Pfade, die geraden, die krummen, gehn die gefangenen Element, und wir
fühlen uns überall wohl, ganz besonders aber auf einer gewaltigen, sehr breiten
Strasse, die wohl einen Kilometer lang schnurgerade durch den Park verläuft,
mit leichter Neigung, und sodann eine mächtige Kurve beschreibt, donec ponat in terra,
Freitag, 1. Juni 2012
sie
ist, so denken wir, die geheime Hauptstrasse des Parks, sie heisst Paseo Fernan Nunez und ist so breit,
dass ein Verkehrsflugzeug auf ihr landen könnte, und alten Gesetze der Erd, wir lernen ihr wahres Leben kennen, wenn
wir sie um neun Uhr abends sehen, wenn es dunkel wird, viele Menschen sind dann
auf ihr unterwegs,
Männer
und Frauen, Kinder und Jugendliche, Jogger, heulet,
Rollschuhfahrer, Radfahrer, Rollbrettfahrer, Hockeyspieler,
Fussballspieler, Jugendliche, Paare, grosse Gruppen, es ist plötzlich ein
enormes Leben da, viel mehr als man erwarten würde, fast zuviel, wir lieben
diese Fitnessdinge nicht besonders,
wir hassen normalerweise
diese bizarr gekleideten, gepanzerten und behelmten Rennfahrer, aber hier
dulden wir sie, sie gefallen uns sogar, es hat Platz für sie, sie dürfen sogar
mit der allerhöchsten Geschwindigkeit daherbrausen, men min elskede hadde vendt om og gått bort, sie fallen nicht auf,
man beachtet sie kaum, weicht ihnen aus, am schönsten aber fährt die Jugend dahin,
Kinder, Mädchen, Buben, die einen laufen leichtfüssig, spielen mit einem Ball,
die andern schweben auf einem Rollbrett vorbei, frei oder von einem Radfahrer
gezogen,
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